Eine herbstliche Radtour von Bruchköbel bis zum Hofcafé am Kapellenhof
Leichter Regen auf der Haut, nasser Asphalt unter den Reifen und am Ende ein dampfender Cappuccino im Hofcafé: Wer den Spessart im Herbst erkunden möchte, findet auf dieser Radtour pure Entschleunigung – und echten Genuss.
Startpunkt: Bahnhof Bruchköbel – raus aufs Land
Am Bahnhof Bruchköbel beginnt das kleine Abenteuer: Mit dem Fahrrad geht es zunächst durch Bruchköbel und anschließen Richtung Hanau-Mittelbuchen, wo die Stadt leise in die Landschaft übergeht. Auf dem Bahnradweg Hessen führt der Weg vorbei an Baumalleen, Feldern und Höfen. Die ersten Regentropfen? Kein Grund zur Eile. Der Herbst zeigt sich von seiner rau-romantischen Seite.
Magischer Moment zwischen Windrädern und Himmelslöchern
In der Ferne drehen sich die Windräder von Kilianstädten und Schöneck. Sie werden größer – wie stille Wächter der Landschaft. Hier oben erinnert alles an Weite, Freiheit und Leichtigkeit. Als plötzlich die Wolkendecke aufreißt, fällt ein Sonnenstrahl auf den nassen Asphalt. Der erste blaue Himmelsfetzen ist wie ein Versprechen – und mit ihm kehrt die Energie in die Beine zurück.
Rast am Wartbaum – ein Stück Geschichte am Wegesrand
Auf der „Regionalparkroute Hohe Straße“ geht es weiter in Richtung Wartbaum – ein über 400 Jahre alter Baum, der Geschichten flüstert. Hier lohnt sich eine kurze Pause: Ob auf dem alten Richtertisch oder der XXL-Bank gleich daneben – der Blick reicht bis tief hinein in den Spessart. Ein idealer Ort für ein paar Schlucke Tee aus der Thermoskanne und einen Moment der Stille.
Himmelsschaukel und fliegender Begleiter
Wenig später: ein Regenbogen am Horizont. Die Stimmung? Fast märchenhaft. Weiter führt der Weg über Butterstadt, vorbei am Aussichtspunkt mit Blick auf Taunus, Vogelsberg und Spessart – und zur legendären Himmelsschaukel. Ein Lieblingsplatz zum Abheben, Träumen und – vielleicht – zum kurzen Innehalten, bevor die Reise weitergeht.
Kurze Zeit später wartet auch schon das nächste Highlight an der Strecke: Die Leseecke Butterstadt. Zwei gemütliche aussehende Holzsessel laden zu einer erneuten Pause ein.
Doch so langsam meldet sich mein knurrender Magen und ich entscheide mich dazu, mit der Pause bis zu meinem Zwischenziel zu warten.
Einkehr im Kapellenhof – Bio-Genuss mit Herz
Und dann ist er da – der Kapellenhof.
Direkt an der Regionalparkroute „Hohe Straße“ erwartet Radfahrende hier am Wochenende das charmante Hofcafé. Der perfekte Ort, um sich auf einer windigen Herbsttour zwischendurch ein bisschen aufzuwärmen.
Im liebevoll eingerichteten Gastraum duftet es nach Kaffee und in der Kuchenvitrine warten leckere Torten und Obstkuchen nur drauf, verkostet zu werden. Die Zutaten? Regional, saisonal und in Naturland-Bio-Qualität. Ein echter Geheimtipp: Die hausgemachten Spezialitäten mit Schafmilch vom eigenen Hof – kreativ interpretiert mit mediterraner Raffinesse.
Öffnungszeiten Hofcafé Kapellenhof:
🕒Samstags 12 – 18 Uhr
🕙Sonntags 10 – 18 Uhr
Mehr Infos zum Hof und Café auf: www.hofgut-kapellenhof.de
Rückweg mit Fernsicht – auf den Spuren der Römer
Nach der Stärkung im Hofcafé führt die Route zunächst weiter entlang der Regionalparkroute Hohe Straße, ehe sie in die Limesroute übergeht. Diese ist nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch historisch besonders spannend: Entlang des wieder sichtbar gemachten Limes – einem der bedeutendsten archäologischen Bodendenkmäler Europas – taucht man ein in die römische Vergangenheit der Region. Weiß gekalkte Bäume im Wald, markante vier Meter hohe Stelen und frisch gepflanzte Säuleneichen zeichnen den Verlauf der antiken Grenzlinie in der Landschaft nach.
Bei Ravolzhausen wird die Limesroute wieder verlassen und es geht vorbei an offenen Feldern zurück nach Bruchköbel. Die letzten Kilometer sind entspannt – die Gedanken schweifen zurück zu Schafmilchköstlichkeiten und herbstlichen Glücksmomenten. Zurück in Bruchköbel, am Ausgangspunkt der Tour, bleibt das Gefühl von Wärme in der Brust, frischer Luft in den Lungen – und einer kleinen Reise durch Zeit, Natur und Genuss.
Fazit: Herbstfreude pur auf zwei Rädern
Diese Tour ist keine sportliche Herausforderung – sie ist eine Einladung zum Genießen. Zwischen Wind und Wärme, Weitblick und Wald, Himmel und Hof verbindet sie Naturerlebnis und regionale Kulinarik auf charmante Weise. Wer den Spessart mal anders entdecken möchte, ist hier genau richtig.
Tipp für deine Herbsttour:
⏱ Plane etwa 2–3 Stunden inklusive Pausen ein.
🚲Die Strecke eignet sich gut für Trekking- oder E-Bikes.
🍂Beste Zeit: Ein goldener Herbsttag mit wechselhaftem Wetter – für Regenbogenmomente inklusive.
Die Tour zum Nachfahren findest du in unserem Komoot Profil: https://www.komoot.com/de-de/tour/2684153223
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