Jakobsweg und Via Regia

Erfahrene Pilger wissen: der Jakobsweg beginnt immer vor der eigenen Haustür. Auch durch Hessen führt ein rund 130 Kilometer langes Teilstück, das zum Netz der zahlreichen Nebenstrecken des Jakobsweges gehört. Geleitet durch das berühmte Zeichen – die Jakobsmuschel auf blauem Grund – wandern die Pilger vom Fuldaer Land aus, vorbei an alten Bildstöcken und Feldkreuzen, nach Schlüchtern. Die Thermen in Bad Soden-Salmünster und Bad Orb laden auf dem Weg zur Entspannung ein und Kirchen, Klöster, Schlösser und Burgen liegen am Rande des Wanderweges, der sich auf diesem Abschnitt an der historischen „Via Regia“ orientiert. Hier kann man Märchenschlösser und Hexengefängnisse, komplett erhaltene Mittelalterburgen und Kirchen entdecken. Vorbei an Steinau an der Straße, Gelnhausen, den mittelalterlichen Städten in denen man heute noch den Duft des 12. Jahrhunderts einatmen kann und schließlich durch Langenselbold führt der Jakobsweg bis nach Frankfurt am Main.

An der Bonifatius-Route

Jakobsweg – der bekannteste Pilgerpfad der Welt

Das Jahrhunderte alte und teilweise schon vergessene europaweite Wegenetz des Jakobsweges rückte, durch den Ausruf des Europäischen Rates 1987, die Jakobswege neu zu beleben, verstärkt in das Blickfeld von Institutionen, Regierungen, Initiativen und Vereinen.  Der legendäre Jakobsweg hat sich zum beliebtesten Fernwanderweg der Welt entwickelt – Pilger aus allen Kontinenten wandern auf dem „Camino de Santiago“. Das Ziel der spanischen Etappe des christlichen Weges quer durch Europa ist das Grab des Apostels Jakobus in der berühmten Kathedrale Santiago de Compostela – ein Besuch bei der Pilgermesse hier gilt als Höhepunkt und Entschädigung für sämtliche Strapazen auf der langen Wanderung.

Via Regia

Die Ursprünge der Via Regia reichen weit bis in das frühe Mittelalter zurück. Die alte Handels- und Heerstraße VIA REGIA war auch als Königsstraße, des Reiches Straße oder der kaiserlichen Geleitstraße bekannt. Sie verband die mittelalterlichen Messestädte Frankfurt und Leipzig miteinander. Jedem Reisenden auf dieser Straße sicherte Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) sicheres Geleit zu. Durch lange Zeit hindurch verblieb diese Straße bzw. der Weg im Gedächtnis der Menschen, obwohl ihre Bedeutung immer weiter abnahm, bis sie schließlich in heutiger Zeit fast ganz aus dem Wissen der Menschen verschwunden war. Im Zuge der Wiederbelebung der Jakobswege begann man sich wieder mit der Via Regia zu beschäftigen.


Der frühere Verlauf der VIA REGIA durch das Kinzigtal:

Frankfurt - Langenselbold - Gelnhausen - Wächtersbach - Salmünster - Steinau - Schlüchtern - Flieden - Fulda

Noch heute erinnern Ortsnamen wie Steinau an der Straße an die Lage an der einst wichtigen Handelsstraße. Die engste Stelle war die Pfarrgasse/Haitzergasse in Gelnhausen mit nur 3 Metern Breite. An einem kleinen Haus stand der Vers:
"Von Leipzig an der Pleisse, bis Franckfurtt an den Main, wirds auf der gantzen Strasze die engste Stelle sein."

Pilgern zwischen Wirtheim und Niedergründau